Nusstastisch! (Saftiger Nusskuchen)

Heute gibt es einen Kuchen, den ich EIGENTLICH gar nicht so gerne mag: Nämlich Nusskuchen. Bei uns in der Familie wird der einfach nicht gerne gegessen, weil man ihn meist staubtrocken oder eben total fettig kennt. Von beidem sind wir keine großen Fans 😉 Nun durfte ich letzte Woche eine Torte zu einer Kommunion backen (das Ergebnis seht ihr hier bald inklusive Anleitung). Und wie der Zufall so spielt, war eine Nusstorte als Basis gewünscht… Da musste ich mich erst einmal nach einem Rezept umsehen 😉

Ähnlich wie beim Käsekuchen neulich nehme ich eine solche Herausforderung natürlich gerne an. Mein „perfekter“ Nusskuchen muss also folgende Merkmale erfüllen:

  • Nicht zu trocken, sondern saftig!
  • Aber bitte nicht fettig, denn er soll auch mit einer Füllung noch schmecken. Deshalb muss „mein“ Nusskuchen gleichzeitig locker sein, damit die Torte nicht zu schwer wird.
  • Allerdings muss der Nussboden das Gewicht der Dekoration aushalten und sich gut in Form schneiden lassen, sich also für eine Motivtorte eignen.
  • Er muss sowohl als Gugelhupf als auch auf dem Blech eine „gute Figur“ machen.

Ganz schön viele Anforderungen, oder? Deshalb habe ich mir mehrere Rezepte im Internet gesucht, und jede Menge Familienmitglieder und Freunde befragt. Eine Woche lang habe ich also immer wieder Nusskuchen getestet (natürlich nur in kleinen Formen, sonst wären uns die Haselnüsse wohl zu den Ohren hinausgekommen…). Nachdem ich alle meine Favoriten durch hatte und kein wirklich überzeugendes Rezept dabei war, kam mir der Zufall zur Hilfe.

Denn meine Mutter geht seit Jahren am Wochenende mit einer Freundin walken – und sie hat dieser Freundin von dem Vorhaben erzählt. Tatsächlich hatte sie DAS Nusskuchen-Rezept, das ist gesucht hatte! Denn in ihren Nusskuchen (es ist ein Familienrezept, deshalb kann ich nicht genau sagen woher das Rezept ursprünglich stammt) kommt geschlagene Sahne. Ja, ihr habt richtig gehört: Geschlagene Sahne wird ganz zum Schluss unter den Teig gehoben! Hört sich erstmal komisch an, sorgt aber für eine herrliche Saftigkeit ohne dass der Kuchen zu „fettig“ wird. Außerdem ist der Kuchen stabil genug für eine Motivtorte und nicht zu süß. Perfekt also für meine Motivtorte – die Kommuniontorte war gerettet!

Hier kommt also mein neues Standardrezept für Nusskuchen. Danke an Agnes für das Rezept 🙂 Und die fertige Motivtorte zeige ich euch in den nächsten Tagen.

Saftiger Nusskuchen (für 1 Fettpfanne oder Gugelhupf)

  • 200 g Butter (zimmerwarm)
  • 200 g Zucker
  • 5 Eier
  • 200 g Mehl
  • 1 Pck Backpulver
  • 200 g gemahlene Haselnüsse
  • 200 g Sahne
  • 1 Becher Schokoladenguss und Dekoration nach Wahl
  • optional: Füllung, z.B. Schokobuttercreme, Marzipancreme oder Sahne
  1. Schlage zuerst die Sahne steif und stelle sie kalt.
  2. Rühre nun die Butter mit dem Zucker sowie einer Prise Salz schaumig. Nun gib die Eier einzeln dazu und rühre weiter, bis die Masse noch schaumiger wird. Wenn die Masse ganz leicht „krisselig“ aussieht, ist das nicht schlimm – wahrscheinlich waren deine Eier dann zu kalt.
  3. Mische als nächstes das Mehl, das Backpulver sowie die Nüsse miteinander und rühre diese vorsichtig unter die Eier-Butter-Mischung.
  4. Zuletzt hebst du die Sahne unter. Verteile den Teig nun auf eine Fettpfanne (meine war 30 x 20) oder in eine gefettete und mit Mehl ausgestäubte Gugelhupf-Form.
  5. Backe den Nusskuchen nun etwa 50 – 60 Minuten bei 175° Ober-Unterhitze.
  6. Fülle und glasiere deinen Nusskuchen nach Wahl – ich finde er schmeckt mit einer einfachen Schokoglasur hervorragend. Man kann diesen Kuchen auch super als Basis für eine Motivtorte nehmen.

 

Spätsommer (Apfel-Nusskuchen mit Himbeeren)

Wisst ihr, was ich mit dem September verbinde? Unter anderem die Obsternte im Garten meiner Großeltern. Tatsächlich sind mittlerweile schon die ersten Äpfel reif, die sogenannten „Kornäpfel“ – leider schmecken die zum Essen super schnell mehlig, aber im Kuchen werden sie dafür umso mürber und zarter. Damit die Äpfel also nicht verderben, habe ich einen schnellen Apfel Nusskuchen gebacken – und gleich im Garten meiner Großeltern geshootet, bevor er auf die Kaffeetafel kam 😉

Das Schöne am Spätsommer finde ich, dass auch einige Früchte des Sommers noch reif sind. Insofern ist mein heutiges Backwerk quasi ein Kind des Spätsommers – denn neben den herbstlichen Äpfeln haben sich auch noch die letzten Himbeeren des Sommers darauf verirrt…. Wenn der Herbst weiter fortgeschritten ist, kann man diese wohl einfach weglassen und den Apfel-Nusskuchen mit einer Prise Zimt im Teig und gehackten Nüssen als Topping verfeinern. Das gäbe eine tolle weihnachtliche Note! Ihr seht also: Dieser Kuchen ist offen für euere Kreativität 🙂 Probiert ihn auch mal mit unterschiedlichen Nüssen – dieser hier wurde mit Walnüssen gebacken – der Klassiker wären dagegen Haselnüsse. Mandeln sorgen für ein noch feineres Nuss-Aroma. Jede Nuss gibt ihren unverwechselbaren Geschmack.

Experimentiert bei diesem Nusskuchen mit Äpfeln also einfach herum, wie es euch gefällt – der Rührteig macht so einige Veränderungen mit! Und genau das ist ja das schöne am Spätsommer: Alle Zutaten sind im Moment frisch erhältlich und verlocken uns zum Backen! Ich gehe jetzt mal in die Küche und überlege, was ich mit einer Lage Pflaumen anstellen kann, die wir eben bekommen haben 😉

Hier kommt erstmal das Apfel Nusskuchen Rezept für euch – viel Spaß beim Backen 🙂

Apfel Nusskuchen mit Himbeeren

125 g Butter
125 feinen braunen Zucker
1 EL Vanille-Extrakt
3 Eier
100 g Mehl
3 gestrichene TL Backpulver
200 g gemahlene Nüsse (z.B. Haselnüsse, es gehen aber auch Mandeln oder Walnüsse)
75 ml Milch
500 g süß-säuerliche Äpfel
1 EL Zitronensaft
2 EL Apfelgelee, ersatzweise eine „gelbe“ Marmelade
Himbeeren und Puderzucker für die Deko (optional)

  1. Die Äpfel entkernen und in schmale Spalten schneiden. Diese mit dem Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden. Den Ofen auf 175 Grad (Ober-Unterhitze, bei Heißluft 150 Grad) vorheizen.
  2. Für den Nusskuchen zuerst die Butter mit dem Zucker und dem Vanille-Extrakt sehr cremig rühren. Die Eier nach und nach einzeln dazu geben. Das Mehl, Backpulver und die Nüsse mischen. Alles kurz unter die Eier-Masse heben. Die Milch zum Schluss zugeben.
  3. Den Teig in eine Springform füllen und die Apfelspalten darauf kreisförmig anrichten. Ca. 35 – 40 Minuten backen. Die Stäbchenprobe machen.
  4. Das Apfelgelee leicht erwärmen und den noch heißen Kuchen damit bestreichen. Auskühlen lassen.
  5. Zum Servieren die Himbeeren auf dem Apfel Nusskuchen verteilen und mit Puderzucker bestäuben.
  6. Einen schönen Herbst!

Tschüß, Herbst! (Birnen-Marmor-Kuchen mit Streuseln)

Heute ist vermutlich der allerletzte Tag im Herbst, zumindest fühlt es sich so an. Gestern hat es bei uns im Frankenland zwar schon etwas geschneit, aber heute regnet es und das ruft förmlich nach einem Sonntag auf der Couch, ganz schmusig eingehüllt in eine Decke. Obwohl wir gestern schon fleißig Plätzchen gebacken haben (bald mehr dazu), ist mir heute noch ganz herbstlich zu Mute. Deshalb gibt es heute noch einen „kulinarischen Herbstspaziergang“ zum gleichnamigen Blogevent von Becky.

Es kleines bisschen adventlich ist der Kuchen schon durch eine feine Zimtnote, deshalb kann man ihn super auch zum Adventskaffee servieren, wie ich das heute tue. Birnen verbinde ich immer mit dem Herbst, da meine Großeltern einen riesigen Birnbaum im Garten stehen haben und wir immer Massen von Birnen zum Verarbeiten bekommen. In der eingekochten Form gibt es die den ganzen Winter über – am besten schmecken sie natürlich frisch. Ebenfalls im Kuchen gelandet sind Nüsse, die uns Bekannte frisch vom Baum geschenkt haben. Ich glaube, das mag ich am liebsten am Herbst: In meiner Verwandtschaft und Bekanntschaft wird fröhlich die Ernte hin- und her-getauscht, sodass jeder mit frischem Obst und Gemüse versorgt ist. Gelebte Nächstenliebe sozusagen. Und das passt ja wieder wunderbar in den Advent.

Und weil das Wetter heute so schmuddelig ist, ist ein Herbstspaziergang nicht drin… Vielleicht geht es später noch eine Runde über den Weihnachtsmarkt. Dabei gehe ich eigentlich sehr gerne spazieren und lasse mich von den herbstlichen Farben begeistern. Mein schönster Herbstspaziergang war vor einigen Wochen bei einem Kurzurlaub in Garmisch-Partenkirchen, einmal rund um den traumhaften Riessersee – und danach rauf auf die Zugspitze, mitten in den Winter. Quasi schon ein Vorgeschmack auf das, was uns hoffentlich im Winter erwartet. Bei diesem Spaziergang habe ich auch die Kastanien gesammelt, die auf dem Bild zu sehen sind 😉 Hier eine Impression vom herbstlichen Garmisch:

Und hier kommt meine kulinarische Interpretation des Herbstes, mit einem kleinen Vorgeschmack auf den Advent: ein kleiner Marmor-Kuchen mit Weißwein-Birnen und Nuss-Zimt-Streuseln. Ich habe eine 20 cm Springform verwendet – wenn ihr eine große verwendet, könnt ihr einfach die Mengen verdoppeln. Guten Appetit und macht es euch kuschelig heute 🙂

Birnen-Marmor-Kuchen mit Streuseln (Springform 20 cm)

für die Weißwein-Birnen:
2 – 3 große Birnen (ca. 600 g)
100 ml Weißwein
1 EL Zucker
1 TL Zimt

für den Teig: 
125 g Zucker
135 g weiche Butter
1 Pck Vanillezucker
3 Eier
140 g Mehl
1 TL Backpulver
2 EL Kakao

für die Streusel: 
125 g Mehl
1 Msp Backpulver
100 g Zucker
1 TL Zimt
50 g gemahlene Nüsse (z.B. Haselnüsse oder Walnüsse)
110 kalte Butter in Stückchen

  1. Für die Weißwein-Birnen die Birnen schälen und in Stücke schneiden. Den Weißwein mit Zucker und Zimt aufkochen und die Birnenstücke darin ca. 5 Minuten ziehen lassen, damit sie etwas weich aber noch bissfest sind. Etwas abkühlen lassen.
  2. Für die Streusel die angegebenen Zutaten plus eine Prise Salz schnell mit den Händen zu Streuseln verkneten. Kühl stellen.
  3. Für den Teig die Butter, den Zucker, den Vanillezucker und eine Prise Salz weißcremig rühren. Die Eier einzeln unterrühren. Das Mehl mit dem Backpulver mischen und kurz unter den Teig rühren. Den Teig halbieren.
  4. Unter eine Hälfte des Teigs den Kakao mischen und eventuell mit etwas Birnensud noch streichfähiger machen. Den hellen Teig zuerst in die Form füllen, den dunklen Teig darüber geben und beides mit einer Gabel leicht marmorieren. Darüber die Birnen (ohne Sud!) verteilen und zum Schluss die Streusel darüber streuen.
  5. Im vorgeheizten Backofen (175°C Ober-Unterhitze, 150°C Heißluft) für ca. 35-45 Minuten backen (öfter mal nachsehen, die kleine Backform ist bei mir sehr widerspenstig und backt manchmal schneller und manchmal langsamer).
  6. Als letzten Herbstgruß genießen und sich auf den Advent freuen!

 

Vom Suchen und Finden (Hefezopf mit Kakao und Nüssen a la „Für Sie“)

Wenn es einen Preis für die größte Sammlung an Koch- und Backzeitschriften gäbe, wären die Frauen aus meiner Familie sicher vorne mit dabei. Die Sammelleidenschaft lässt sich mindestens bis zu meiner Urgroßmutter zurückverfolgen, die ein kleines Büchlein in altdeutscher Schrift mit ihren Lieblingsrezepten hinterlassen hat.

 

Bei meiner Mum zu Hause lagert im Moment der größte Teil der Sammlung – seit Ende der 70er hat sie gesammelt, ganze Ausgaben archiviert oder nur interessante Rezepte aus den Zeitschriften rausgerissen.
Welches Rezept in welcher Ausgabe zu finden ist? Da hat schon lange keiner mehr 100% Überblick. Das hat aber auch sein Gutes: Denn manchmal, wenn man eigentlich etwas ganz anderes sucht, findet man einen unverhofften Schatz.

Das Originalrezept

So wie dieses Rezept für einen Hefezopf mit Schoko-Nuss-Füllung: Ein Leserrezept von Meike Böhnke aus einer alten Ausgabe der „Für Sie“, geschätzt aus den späten 80ern.
Das Rezept hat mich gleich neugierig gemacht: Hefeteig, der über Nacht im Kühlschrank geht? Sehr entspannt!
Dennoch ein paar Zweifel: So viel Butter, kann das noch einen guten Hefeteig geben?

Ja, es kann! Das Retro-Rezept schmeckt auch heute noch vorzüglich, lecker schokoladig und saftig. Ich habe das ursprüngliche Rezept nur leicht abgewandelt und noch Marzipan in die Füllung gegeben. Das wird ab jetzt sicherlich wieder regelmäßig gemacht.

Danke, liebe unbekannte Meike Böhnke, falls du das liest.
Und danke Mama für deine Sammelleidenschaft, die mich natürlich auch gepackt hat.
Ich glaube, später geh ich mal zum Kiosk – schauen, ob neue Backzeitschriften erschienen sind.

Hefezopf mit Kakao und Nüssen

Zutaten:

für den Teig:
1 Würfel Hefe (oder 1 Pck Trockenhefe)
45 g Zucker
250 g weiche Butter
3 Eigelb
375 g Mehl
knapp 1/8 l Milch

für die Füllung: 
3 Eiweiß
175 g Zucker
125 gemahlene Nüsse (ich habe Mandeln genommen, das ursprüngliche Rezept verwendet Haselnüsse)
40 g Kakao
100 g Marzipan, in kleinen Würfeln (optional)

1. Hefe und Zucker für den Teig in eine kleine Schüssel geben und so lange verrühren, bis sich die Hefe gelöst hat. Die Butter schaumig rühren und die Eigelbe einzeln unterrühren. Nacheinander Mehr, 1 Prise Salz, Milch und angerührte Hefe zugeben und zu einem Teig verkneten. Zugedeckt über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.

2. Am nächsten Morgen: Eiweiss steif schlagen, dabei den Zucker einrieseln lassen. Nüsse und Kakao mischen und beides unter den Eischnee ziehen. Den Backofen auf 175 Grad (Ober- und Unterhitze, Heißluft 140°C) vorheizen.

3. Den Teig zu einem Rechteck ausrollen und mit der Füllung bestreichen. Das gewürfelt Marzipan darüber streuen. Zu einer Rolle aufrollen. Diese in eine gefettete und mit Weichweizengrieß oder Mehl ausgestreute Zopfform geben und leicht andrücken. Im Backofen ca. 40 Minuten backen.

4. Optional noch mit Zuckerglasur, Schokostreuseln oder gehackten Nüssen dekorieren. Das Retro-Feeling, als Kuchen noch mit jeder Menge Butter gemacht wurden, genießen!

 

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