Mann, oh Mann… (Fränkische Bier-Cupcakes)

Mann, Mann, Mann, die letzten Wochen waren bei mir durch einige Veränderungen geprägt. Diesmal zum Glück positiver Natur 🙂 Das heißt, es gab einiges zu feiern.
Unter anderem auch einen neuen Job (und ein etwas schlichteres Blog-Layout). Da gebe ich natürlich einen aus – nein, kein Bierchen, sondern einen Kuchen!
Wobei – da kommt mir ein Gedanke: Wieso nicht doch ein Bierchen ausgeben? Kuchen mit Guiness geistert ohnehin schon seit längerem durch viele Blogs.
Damit es für die Kollegen handlicher zu essen ist, habe ich Bier-Cupcakes entworfen.

 

Guiness kommt mir aber nicht in meine Cupcakes: Eine echte Fränkin kann natürlich nicht mit irischem Bier backen! Stattdessen habe ich ein leckeres dunkles Bier einer kleinen, handwerksorientierten Brauerei verwendet – von Mann’s Bräu aus Bayreuth. Insofern sind daraus fränkische Bier-Cupcakes entstanden.
Als ich einem koch-begeisterten Bekannten am Wochenende von dem Plan erzählt habe, war der eher skeptisch, dass man die bittere Note des Bieres zu sehr herausschmeckt. Deshalb habe ich auch einen Versuch mit Karamalz für die alkoholfreie Variante gestartet. Und was soll ich sagen: Schmeckt ebenfalls lecker, aber sehr süß – für meinen Geschmack fast zu süß…
Das Bier bringt eine echt leckere malzige und nur ganz leicht bittere Note in den Teig. Wer es aber lieber etwas süßer mag, der darf gerne die Karamalz-Variante versuchen!

Fränkische Bier-Cupcakes

Zutaten für ca. 15 Stück:

für den Teig:
150 g weiche Butter
100 g braunen Zucker
50 g Zuckerrüben-Sirup
1 Pck. Vanillezucker
3 Eier
140 g Zartbitter-Schokolade (= ein übriger Osterhase ;-))
180 g Mehl
100 g gemahlene Mandeln
2 TL Backpulver
150 ml dunkles (fränkisches) Bier – oder Karamalz
für das Topping: 
400 g Frischkäse (Doppelrahm)
125 g Nougat
50 g Puderzucker
50 g Kakao
2 EL Sahnesteif
1. Die Zartbitterschokolade schmelzen und leicht abkühlen lassen. Für den Teig die Butter mit Zucker, Vanillezucker und Sirup cremig schlagen. Die Eier einzeln unterrühren und weiterschlagen. Zartbitterschokolade langsam einrühren.
2. Mehl, Kakao, Backpulver und Mandeln mischen. Die Mehlmischung unter die Schoko-Masse heben. Zum Schluss das Bier (oder Karamalz) einrühren. Den Teig in Muffinförmchen füllen und bei 175°C (Ober-Unterhitze) im heißen Ofen ca. 15 – 20 Minuten backen. Auskühlen lassen.
3. Für das Topping das Nougat schmelzen und leicht abkühlen lassen. Den Frischkäse mit Puderzucker cremig rühren, langsam Nougat, Kakao und Sahnesteif unterrühren und kräftig aufschlagen, bis die Masse spritzfest ist.
4. Das Topping auf die Muffins aufbringen und einige Stunden kühl stellen.
5. Prost!

Frecher Hase (Rüblikuchen-Motivtorte zu Ostern)

Achtung: Wenn du wissen willst, wie man den „Hasen von hinten“ aus Fondant formt, dann schau bitte hier vorbei: Hasenhintern Tutorial 🙂 In diesem Artikel geht es vor allem um das Torten-Rezept, nicht die Dekoration. 

Manchmal kommt ja alles anders als man denkt…. Da wollte ich diese Woche schon mal den Kuchen für den Osterkaffee vorbereiten –  mein Lieblingsrezept für super-saftigen Möhrenkuchen, der auch gerne ein paar Tage durchziehen darf.
Wie so oft beim Backen spätabends bin ich nicht mehr so 100% konzentriert und mache ungefähr 100 andere Dinge gleichzeitig… Leider hatte ich deshalb vergessen die Backform zu fetten und zu mehlen – ARGH!

Der saftige Möhrenkuchen wollte die Form dann leider nicht mehr in einem Stück verlassen 🙁 Ein schöner Gugelhupf konnte das nicht mehr werden – also habe ich aus den Resten spontan eine Motivtorte gemacht, denn mit Ganache konnte ich die zerfledderten Stücke wieder zu einer einigermaßen ansehnlichen Form zusammenkleben 😉

Und weil Humor sich auch auf dem Kaffeetisch super macht, habe ich als Deko einen frechen Hasen aus Fondant modelliert, der sich in ein Möhrenfeld gräbt. Den Hasen-Hintern hatte ich bei Pinterest entdeckt und wollte ihn sowieso schon seit längerem mal ausprobieren. Wenn ihr Interesse habt, gibt es demnächst noch ein Tutorial, wie ich Hasen und Möhren modelliert habe und worauf man dabei achten muss. Denn so eine Hasenhintern-Torte geht eigentlich zu jedem Anlass, z.B. auch zu einem Geburtstag. Vielleicht dann mit anderen Früchten und einem anderen Tier.

 

Hier kommt aber, falls ihr noch last minute einen leckeren Möhrenkuchen mit alkoholischer Verfeinerung machen wollt, erstmal das Rezept für den Möhrenkuchen mit Ganache.

Möhrenkuchen „Frecher Hase“ mit Ganache

Zutaten:

für den Kuchen: 
300 g Möhren
75 g weiche Butter
175 g Zucker
2 Pck Vanillezucker
6 Eier
1 EL Zitronensaft
abgeriebene Schale einer Zitrone
2 EL Licor 43 (alternativ Amaretto oder Eierlikör)
75 g Mehl
200 g geriebene Mandeln oder Haselnüsse
50 g gehackte Mandeln oder Haselnüsse
100 g gehackte Zartbitter-Schokolade
2 TL Backpulver
Salz
für die Ganache: 
300 g Zartbitterschokolade
100 g Sahne
Deko nach Wunsch in Marzipan oder Fondant
1. Möhren fein raspeln und beiseite stellen. Eier trennen und Eiweiß mit einer Prise Salz steifschlagen. Butter, Zucker, Vanillezucker und eine Prise Salz cremig rühren. Eigelb einzeln unterrühren und die Masse weiter cremig aufschlagen.
2. Zitronenschale und -saft sowie den Licor 43 unter die Masse rühren. Mehl, geriebene Nüsse und Backpulver mischen. Mehlmischung, gehackte Nüsse und Schokolade unterheben. Zum Schluss Möhren und steifgeschlagenes Eiweiß unterheben.
3. Eine große Gugelhupf-Form oder eine Springform fetten (!) und mit Mehl oder Grieß ausstreuen. Teig einfüllen und im vorgeheizten Ofen (150°C Umluft/175°C Ober-Unterhitze) c. 50 Minuten backen. Stäbchenprobe machen. Herausnehmen und abkühlen lassen.
4. Für die Ganache die Zartbitterschokolade fein hacken. Die Sahne aufkochen, vom Herd nehmen und die Schokolade einrühren, bis eine homogene Masse entsteht. Die Ganache gleichmäßig auf dem Kuchen wie einen Guss verteilen und glatt streichen.
5. Den Kuchen nach Wunsch mit Marzipan oder Fondant eindecken und verzieren.

Ein Likörchen? (Eierlikör-Mohn-Käsekuchen)

Liebt ihr Eierlikör auch so sehr wie ich? Eierlikör geht bei mir eigentlich immer – eigentlich schon seit ich denken kann. Schließlich hatte ich im zarten Alter von 4 Jahren meinen ersten Schwips nach dem Genuss von – Eierlikörtorte, na klar.

Die goldgelbe Eierlikör-Schicht auf der Sahne fand ich wohl so faszinierend, dass ich die heimlich albgelöffelt habe, bevor die Torte zu Ostern serviert wurde. War ein lustiger Nachmittag für mich (und die Gäste…) und hat meinen Geschmack geprägt 😉

Mehr als 20 Jahre später bin ich immer noch größer Eierlikör-Fan und backe vor allem gerne damit. Das Rezept für den gefleckten Käsekuchen habe ich in einer alten Ausgabe der „Lisa Kochen & Backen“ entdeckt und nach meinem Geschmack angepasst. Die Kombi Eierlikör – Mohn – Quarkmasse ist wirklich unschlagbar, sehr lecker und saftig. Da brauche ich gar keinen Boden drunter – wer mag, kann natürlich einen klassischen Mürbeteig wie hier drunterlegen.
Bei mir wird dieser Kuchen jedenfalls auf der Ostertafel serviert – und damit der Eierlikör-Geschmack so richtig zur Geltung kommt:
„Jemand ein Likörchen dazu?“

 

Eierlikör-Mohn-Käsekuchen

Zutaten:

150 g Butter
4 Eier
750 g Magerquark
75 g Hartweizengrieß
125 g Zucker
1 Pck Vanillezucker
Mark einer ausgekratzte Vanilleschote
120 ml Eierlikör
50 g gemahlener Mohn
1. Den Backofen auf 175°C (Ober-Unterhitze, bei Umluft ca. 155°C) vorheizen. Eine Springform fetten oder mit Backpapier auslegen. Die Butter zerlassen und leicht abkühlen lassen.
2. Die Eier trennen und das Eiweiss steif schlagen. Eigelb mit Magerquark, Zucker, Hartweizengrieß, Eierlikör, Vanillezucker und Vanillemark sowie der zerlassenen Butter verrühren (am besten mit dem Handrührgerät). Das steif geschlagene Eiweiß unterheben. Den Teig teilen. Unter die eine Hälfte den gemahlenen Mohn heben.
3. Den Teig esslöffelweise in die Form geben – dabei immer hellen und dunklen Teig abwechseln, damit sich ein Kuhflecken-Muster ergibt. Weitermachen, bis der Teig aufgebraucht ist.
4. Den Kuchen ca. 50  – 55 Minuten im heißen Ofen backen. Dann die Temperatur herunterdrehen und den Kuchen noch ca. 10 Minuten im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen. Herausnehmen und abkühlen lassen.
5. Am besten mit einem leckeren Gläschen Eierlikör servieren – der schmeckt auch hervorragend darüber geträufelt.

 

Vom Suchen und Finden (Hefezopf mit Kakao und Nüssen a la „Für Sie“)

Wenn es einen Preis für die größte Sammlung an Koch- und Backzeitschriften gäbe, wären die Frauen aus meiner Familie sicher vorne mit dabei. Die Sammelleidenschaft lässt sich mindestens bis zu meiner Urgroßmutter zurückverfolgen, die ein kleines Büchlein in altdeutscher Schrift mit ihren Lieblingsrezepten hinterlassen hat.

 

Bei meiner Mum zu Hause lagert im Moment der größte Teil der Sammlung – seit Ende der 70er hat sie gesammelt, ganze Ausgaben archiviert oder nur interessante Rezepte aus den Zeitschriften rausgerissen.
Welches Rezept in welcher Ausgabe zu finden ist? Da hat schon lange keiner mehr 100% Überblick. Das hat aber auch sein Gutes: Denn manchmal, wenn man eigentlich etwas ganz anderes sucht, findet man einen unverhofften Schatz.

Das Originalrezept

So wie dieses Rezept für einen Hefezopf mit Schoko-Nuss-Füllung: Ein Leserrezept von Meike Böhnke aus einer alten Ausgabe der „Für Sie“, geschätzt aus den späten 80ern.
Das Rezept hat mich gleich neugierig gemacht: Hefeteig, der über Nacht im Kühlschrank geht? Sehr entspannt!
Dennoch ein paar Zweifel: So viel Butter, kann das noch einen guten Hefeteig geben?

Ja, es kann! Das Retro-Rezept schmeckt auch heute noch vorzüglich, lecker schokoladig und saftig. Ich habe das ursprüngliche Rezept nur leicht abgewandelt und noch Marzipan in die Füllung gegeben. Das wird ab jetzt sicherlich wieder regelmäßig gemacht.

Danke, liebe unbekannte Meike Böhnke, falls du das liest.
Und danke Mama für deine Sammelleidenschaft, die mich natürlich auch gepackt hat.
Ich glaube, später geh ich mal zum Kiosk – schauen, ob neue Backzeitschriften erschienen sind.

Hefezopf mit Kakao und Nüssen

Zutaten:

für den Teig:
1 Würfel Hefe (oder 1 Pck Trockenhefe)
45 g Zucker
250 g weiche Butter
3 Eigelb
375 g Mehl
knapp 1/8 l Milch

für die Füllung: 
3 Eiweiß
175 g Zucker
125 gemahlene Nüsse (ich habe Mandeln genommen, das ursprüngliche Rezept verwendet Haselnüsse)
40 g Kakao
100 g Marzipan, in kleinen Würfeln (optional)

1. Hefe und Zucker für den Teig in eine kleine Schüssel geben und so lange verrühren, bis sich die Hefe gelöst hat. Die Butter schaumig rühren und die Eigelbe einzeln unterrühren. Nacheinander Mehr, 1 Prise Salz, Milch und angerührte Hefe zugeben und zu einem Teig verkneten. Zugedeckt über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.

2. Am nächsten Morgen: Eiweiss steif schlagen, dabei den Zucker einrieseln lassen. Nüsse und Kakao mischen und beides unter den Eischnee ziehen. Den Backofen auf 175 Grad (Ober- und Unterhitze, Heißluft 140°C) vorheizen.

3. Den Teig zu einem Rechteck ausrollen und mit der Füllung bestreichen. Das gewürfelt Marzipan darüber streuen. Zu einer Rolle aufrollen. Diese in eine gefettete und mit Weichweizengrieß oder Mehl ausgestreute Zopfform geben und leicht andrücken. Im Backofen ca. 40 Minuten backen.

4. Optional noch mit Zuckerglasur, Schokostreuseln oder gehackten Nüssen dekorieren. Das Retro-Feeling, als Kuchen noch mit jeder Menge Butter gemacht wurden, genießen!

 

Im Land der Schokolade (Belgische Karamell-Kekse)

Letzte Woche durfte ich ein paar Tage in Belgien verbringen. Ich weiß, ihr denkt: „Belgien? Da gibts doch spannendere Urlaubsziele!“

Ja, gibt es sicherlich, aber hier habe ich vor einigen Jahren mein Auslandssemester verbracht und deshalb habe ich noch eine ganz besondere Verbindung zu Land und Leuten.
Übernachten durfte ich bei einem lieben Freund: Er ist angehender Opernsänger, sodass ein guter Teil des Programms aus Kultur bestand. Besonders beeindruckend war, dass ich ein Konzert, bei dem mein Gastgeber selbst aufgetreten ist, besuchen durfte.

 

Kurzer Abstecher nach Maastricht in die Niederlande zum Konzert

Daneben durften die kulinarischen Freuden natürlich nicht fehlen 😉 Belgisches Bier (u.A. bei „The Capital“, dem Lokal mit den meisten Biersorten der Welt – allein die Getränkekarte ist so dick wie ein Katalog!) und belgische Fritten. Daneben natürlich jede Menge Schokolade und so manches Heißgetränk.

Nur echt in Schweineschmalz frittiert: Belgische Fritten

Eine Backbloggerin wäre aber keine Backbloggerin, wenn sie nicht auch ein spezielles Rezept für euch mitbringen würde.
Und wegen dem wäre ich beim Rückflug fast in Schwierigkeiten geraten…
Ihr kennt doch sicher alle die leckeren belgischen Karamellkekse, die man meistens zum Kaffee bekommt? Auch bekannt als Lotus-Kekse, Speculaas oder Speculoos.

Selbstgemachte Lotus-Kekse mit den wunderbaren handgemachten Pralinen von bittersweet

Dafür braucht man einen speziellen Zucker und den hatte ich beim Rückflug im Koffer. Die Päckchen müssen im Röntgenbild wohl etwas seltsam gewirkt haben, sodass der Koffer von den Sicherheitsbeamten erst einmal geöffnet wurde wegen möglicher Drogen… Naja, meine Droge ist nur das Backen und so hat sich das Missverständnis zum Glück schnell geklärt 😉

Wenn ihr auch so verrückt nach diesen Lotus-Keksen seid und die schon lange mal selbst machen wolltet – ich habe das Rezept für euch importiert! Wichtig ist nur: Ihr braucht den speziellen Zucker, genannt Vergeoise brune oder auch Cassonade de Candi. Wenn ihr dafür nicht nach Belgien fliegen wollt, könnt ihr den auch online (z.B. hier) bestellen. Das lohnt sich wirklich, denn der ist so lecker – ich nehme ihn inzwischen auch bei vielen anderen Rezepten zum Verfeinern.

Belgische Karamell-Kekse (Lotus-Kekse)

Zutaten:

250 g Weizenmehl Type 550 (ganz wichtig, mit Type 405 wird es nicht so gut!)
175 g Butter
200 g Vergeoise brune (im Notfall geht auch Farinzucker, schmeckt aber anders)
1 TL Backpulver
2 TL Spekulatiusgewürz
1 TL Zimtpulver
1 TL gemahlener Ingwer
1 Ei
1 TL Karamellsirup (z.B. von Grafschafter)

1. Die angegebenen Zutaten zu einem festen Teig verkneten. Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und einige Stunden, idealerweise über Nacht in den Kühlschrank legen. Der Teig kann auch 1 – 2 Tage dort bleiben, das tut der Qualität keinen Abbruch.

2. Den Teig wie bei Butterplätzchen etwas dicker ausrollen und Formen ausstechen. (Ich habe Osterhasen und klassische Dreiecke verwendet. Bei den Dreiecken noch ein Muster nach Wunsch einstechen). Bei 175 Grad (Ober- und Unterhitze) ca. 10 – 12 Minuten hell ausbacken.

3. Zum Kaffee genießen oder verschenken!

Die Lotus-Kekse als Osterhasen

Fränkischer Kaffeeklatsch (Birnen-Mohn-Käsekuchen)

„Und Opa, schmeckt’s?“ – „Hm. Schmeckt halt wie Kuchen.“
Wer meine Heimat nicht kennt, könnte meinen, meine Backkünste lassen zu wünschen übrig.
Aber im Gegenteil – im Fränkischen, wo ich herkomme, gilt das Prinzip „Net g’schipft is g’lobt gnuch“ („Nicht geschimpft ist gelobt genug“).
Eine ganz harte Nuss ist mein Opa – als eingefleischter Franke aus einem winzigen Ort lobt er natürlich nie offen. Und mit „exotischen“ Dingen wie Cakepops und veganen Cupcakes braucht man ihm am Kaffeetisch nicht zu kommen. Denn der Franke an sich mag es schlicht, aber raffiniert.

Insofern ist für den Kaffeeklatsch mit den Großeltern Reduktion angesagt: Gute Zutaten, klassische Geschmackskombinationen und der besondere Twist. Denn in ihrem langen Leben haben die Großeltern viele gute Kuchen gegessen und der Gaumen ist durchaus anspruchsvoll.
Beim letzten Besuch habe ich also diesen Mohnkuchen mit Weißweinbirnen und Käsekuchenhaube serviert.

„Und Opa, schmeckt’s?“ – „Kann man essen.“
Bei einem solchen Lob wundert es zumindest mich nicht, dass die Nachbarin beim nächsten Besuch über den Zaun ruft: „Dein Opa hat gesagt, du kannst so gut backen? Wirst ja doch noch ’ne richtige Hausfrau!“

Ach, Heimat ist wirklich etwas Schönes.

Birnen-Mohn-Käsekuchen

Zutaten (für eine Springform)

für den Mürbteig:
300 g Mehl
150 g Zucker
1 Pck. Vanillinzucker
175 g kalte Butter
1 Ei
 
für die Weissweinbirnen: 
4 Birnen
400 ml Weisswein (ich nehme halbtrockenen aus Franken)
5 EL Bourbon-Vanillezucker)
1 Zimtstange
für die Mohnfüllung: 
200 g Mohn
250 ml Milch
1 Pck Bourbon-Vanillezucker
100 g Zucker
2 Eier
1 Eiweiß
für die Käsekuchenhaube:
200 g Schmand
3 Eier
1 Pck Vanille-Soßenpulver
75 g Zucker
1. Den Mürbteig herstellen: Mehl, Zucker und Vanillezucker, 1 Prise Salz, kalte Butter in Stückchen und das Ei rasch zu einem glatten Teig verkneten. Diesen ca. 30 Minuten kalt stellen.
2. Die Birnen vorbereiten: Birnen schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Den Weißwein mit dem Vanillezucker und der Zimtstange aufkochen und die Birnen darin kurz dünsten (1-2 Minuten, je nach Härtegrad der Birnen). Achtung: Nicht fertig garen, sondern sie sollen bissfest bleiben! Zur Seite stellen und leicht abkühlen lassen.
3. Die Mohnfüllung vorbereiten: Milch aufkochen. Mohn sowie Zucker, Vanillezucker und 1 Prise Salz zugeben und ca. 2 – 3 Minuten weiterköcheln lassen, bis der Mohn aufgequollen ist. Von der Herdplatte nehmen und abkühlen lassen.
4. Käsekuchenhaube vorbereiten: Schmand, Eier, Soßenpulver und Zucker verrühren.
5. Zusammensetzen: Die Springform mit dem Mürbeteig auskleiden und mit einer Gabel mehrmals einstechen. Eiweiß und Eier unter die Mohnfüllung heben, sobald diese kühl genug ist (sonst gerinnt das Ei). Die Mohnfüllung auf den Mürbeteig geben, darauf die Birnenstücke (ohne den Sirup!) verteilen. Zuletzt die Schmandmischung darauf gießen.
6. Kuchen im vorgeheizten Backofen (Ober-Unterhitze 200°C/ Umluft 175°C) ca. 50 – 60 Minuten backen. Falls die Käsekuchenhaube während des Backens zu sehr bräunt, mit Albfolie abdecken.
Kuchen abkühlen lassen.
7. Kritische Großeltern damit überzeugen!

Flexitarier (Vegane Schoko-Cupcakes)

„Um Erfolg zu haben, musst du flexibel sein. Damit meine ich Wohnort, Job, Freunde – wenn du dir alle Optionen offen hältst, ist die Chance größer, dass eine zum Erfolg führt.“
So oder so ähnlich hat das ein Bekannter neulich formuliert.
Moment: Erfolg bedeutet also, keine klare Entscheidung zu treffen, sondern sich nicht festzulegen?
Typisch Generation Y, mag da macher sagen – doch da finde ich mich nicht wieder.

Naja, fast nicht – denn in Sachen Ernährung mag mich tatsächlich nicht festlegen lassen: Meistens lebe ich vegetarisch, ab und zu Fleisch darf auch mal sein, manchmal lebe ich eine Woche basisch – und in letzter Zeit immer öfter auch vegan.

 

Dafür gibt es ein schönes Wort: Flexitarier. Für alle, die wie ich in Sachen Ernährung flexibel bleiben und das wunderbar finden.

Nun, vegane Küche ist kein Hexenwerk – woran ich mich bisher nicht getraut habe, war veganes Backen, denn man fragt sich ganz automatisch: Backen ohne Butter, Eier und andere tierische Zutaten – geht das?

Ich habe gelesen, dass veganes Gebäck nicht zu lange gerührt werden soll, da das im Mehl enthaltene Gluten schnell verklebt und das Gebäck damit klitschig wird.
Neulich habe ich zufällig in einer Back-Zeitschrift ein Rezept für Schoko-Cupcakes entdeckt – da wird der Teig 2 Minuten aufgeschlagen.
Ja was denn nun?! Aufschlagen oder nur kurz unterrühren?

Zeit sich an veganem Gebäck zu versuchen – gleiches Rezept, nur unterschiedliche Rührzeit.
Einmal werden die Muffins nur kurz verrührt, einmal wie im Rezept angegeben 2 Minuten aufgeschlagen.
Und was soll ich sagen? Es geht beides!

Nach dem Backen sieht man aber einen deutlichen Unterschied:
1) Aufgeschlagene Muffins (rechts): hoch aufgegangen, glänzende und eher harte Kruste, luftig-lockere Krume
2) Kurz gerührte Muffins (links): eher niedrig, aufgerissene und eher weiche Kruste, saftige Krume

Welche Variante man bevorzugt, ist wohl Geschmacksache. Ich kann beide absolut empfehlen!
Für alle Mitglieder der Generation Y: Das „Erfolgsrezept“ ist hier tatsächlich sich nicht zu entscheiden, sondern einfach beide Varianten auszuprobieren 😉

Bleibt flexibel, probiert auch mal vegan und habt eine schöne Woche!

Vegane Schoko-Cupcakes

Zutaten (für 12 Stück):

Teig: 
300 g Weizenmehl
1 Pck Backpulver
150 gr Rohrzucker
2 EL Kakao
125 ml neutrales Öl (z.B. Sonnenblume)
250 ml Pflanzenmilch (ich habe umgezuckerte Soja-Milch verwendet)
2 EL Instant-Espressopulver
Topping: 

100 gr. dunkle Kuvertüre
300 gr. Seidentofu
2 EL Puderzucker
2 Pck. Sahnesteif

Deko nach Lust und Laune

1. Backofen auf 180 °C (Ober-Unterhitze, bei Umluft ca. 160°C) vorheizen. Papierförmchen in eine Muffinform legen.

2. Mehl mit Backpulver, Zucker, Kakao und Espresso in einer Schüssel vermengen. Öl und Pflanzenmilch abmessen und zur Mehlmischung geben.
Nun entweder nur kurz verrühren oder 2 Minuten mit dem Handrührgerät aufschlagen. Den Teig auf die Papierbackförmchen verteilen und ca. 30 Minuten backen. Muffins erkalten lassen.

3. Kuvertüre hacken und über dem Wasserbad bei schwacher Hitze schmelzen lassen. Leicht abkühlen lassen. Seidentofu, Puderzucker und Sahnesteif mit dem Mixer zu einer homogenen Masse verrühren. Die Kuvertüre langsam auf niedriger Stufe einrühren.

4. Die Creme in einen Spritzbeutel füllen und mit der Sterntülle aufgerissener. Nach Wunsch verzieren und bis zum Servieren kühl stellen.

 

Keep Smiling… (Erdnussbutter-Doppeldecker)

Wenn man danach sucht, gibt es doch immer 1000 Gründe zu jammern.

Die Erkältung. Das Wetter. Zu viel Arbeit. Klausurenzeit. Verplante Freizeit. Nervige Kollegen.
Und und und… Auch ich hatte in den letzten Wochen allen Grund zu jammern, weil vieles nicht nach Plan gelaufen ist.
ABER – Jammern ist nicht! Mein Motto für diesen erkältungsgeplagten Februar heißt „Keep smiling!“ Lachen ist immer noch die beste Medizin – das ist zwar ein alter Hut, aber deswegen nicht weniger wahr.
Manchmal fällt das fröhlich sein aber echt schwer: Zum Beispiel, wenn man gerade auf einer Messe so schöne Ausstechformen gekauft hat und die jetzt sofort (also Sonntag Nacht) ausprobieren will. Nur leider sind nur noch 100 Gramm Butter im Kühlschrank und das reicht beim besten Willen nicht für den Lieblings-Plätzchenteig.
Jetzt könnte man sich genervt auf die Couch setzen und schlecht gelaunt den „Tatort“ anschauen… Oder improvisieren!
Hm mal sehen… Da steht noch Erdnussbutter im Kühlschrank… „Butter“ kommt ja nicht umsonst in diesem Wort vor 😉
Entstanden sind also gut gelaunte Smiley-Kekse mit Erdnussbutter im Teig und einer leckeren Nougatcreme als Füllung. Wenn das mal nicht für einen Endorphin-Schub sorgt!
Keep Smiling im Februar und bleibt gesund! 🙂

Erdnussbutter-Kekse mit Nougat-Füllung

Zutaten: 

für den Teig:
100 g Butter
150 g Erdnussbutter
100 Zucker
1 Ei
2 TL Bourbon-Vanillezucker
300 g Mehl
4 – 6 EL Mandelmilch (ersatzweise Wasser)
für die Füllung: 
100 g Nuss-Nougat
50 g Zartbitter-Schokolade
1. Die Zutaten für den Mürbeteig verkneten. Vorsicht: Durch die Erdnussbutter wird der Teig sehr krümelig und braucht lange, um die gewohnte Mürbeteig-Konsistenz zu bekommen. Also nicht gleich aufgeben. Den Teig mindestens eine halbe Stunde kühl stellen.
2. Teig ausrollen und gewünschte Kekse ausstechen (ich habe die Smiley-Form von Birkmann benutzt). Im vorgeheizten Ofen (170 °C Ober-Unterhitze, Umluft 150 °C) ca. 10 – 12 Minuten backen. Kekse auskühlen lassen.
3. Schokolade in Stücke brechen und gemeinsam mit dem Nougat über dem Wasserbad schmelzen lassen. Dabei immer wieder umrühren, bis eine homogene Masse entstanden ist.
4. Je ca. 1 TL der Nougatcreme auf die Unterseite der Kekse geben, Oberseite darauf setzen. Trocknen lassen.
5. Genießen!

 

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