Männergeburtstag II (Grill-Torte)

Vor einiger Zeit hatte ich euch ja schon einmal von der Schwierigkeit erzählt, die perfekte Männertorte zu kreieren. Bei Herrn Backina habe ich mich damals für eine herzhafte Mett-Torte entschieden. Heute gibt es eine süße Grill Torte als Alternative für den Männergeburtstag. Denn selbst wenn der Mann eher Schokolade als Mett zum Dessert mag, soll der Kuchen ja nicht zu „weiblich“ erscheinen – und mal ehrlich: Viele Motivtorten mit Fondant erfreuen schon eher das Frauenherz (zum Beispiel diese oder diese). Zum Männergeburtstag soll da meiner Meinung nach etwas anderes her.

Letzte Woche hatte der große Bruder von Herrn Backina Geburtstag – und wir beide haben überlegt, welche Motivtorte es diesmal für diesen Männergeburtstag sein sollte… Im letzten Jahr gab es eine Quad Torte (von der ich leider keine Fotos gemacht habe, sonst hätte ich sie euch hier gezeigt) mit einem Spielzeug-Quad, das sich durch den „Dreck“ auf dem „Tortenhügel“ quält. Definitiv eine echte Männertorte. So wollte ich auch in diesem Jahr eine richtig „männliche“ Motivtorte mitbringen 😉

 

Gemeinsam sind wir auf einige witzige Männer-Torten-Ideen gekommen, die ich sicherlich nach und nach noch umsetzen werde. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Dekolleté-Torte (der Beschenkte ist glücklich vergeben, das wäre also eher was für meine Single-Freunde 😉 ) oder einem Werkzeugkoffer in Form einer Torte? Letztlich ist es aber dann doch die Grill Torte geworden: Das Geburtstagskind ist echter Grill-Enthusiast und bekam zum Geburtstag endlich seinen eigenen Weber-Grill geschenkt. Da passt die Grill Torte natürlich wie die Faust aufs Auge.

Da ich auf der Arbeit immer noch super viel zu tun habe (wo ist nur dieses vielzitierte Sommerloch?), musste die Back-Aktion meistens Nachts stattfinden und es gibt nur wenige Bilder vom Making Of. Wer mir auf Instagram folgt, konnte die Entstehung jedoch in einer Story mit verfolgen. Für alle, die das verpasst haben, erkläre ich euch hier nochmal genau, wie ich die Grill Torte gemacht habe – als Vorlage für eueren nächsten Männergeburtstag 🙂

  1. Das Grillgut

    Das Grillgut könnt ihr theoretisch schon Wochen vorher machen – denn es ist aus Plätzchenteig geformt! Und der hält sich ja luftdicht verpackt quasi ewig. Wichtig ist nur, dass ihr einen Teig wählt, der sehr kompakt ist. Ideal ist ein Teig, der sich auch gut stempeln lässt. Ich habe dieses Rezept genommen und die Mengen halbiert.

    Daraus formt ihr Grillgut nach Wahl. Wichtig ist, dass man mit einem Holzstäbchen schon die grobe Struktur einprägt. Also zum Beispiel bei einem Steak ruhig eine unregelmäßige Oberfläche stehen lassen und bei einer Bratwurst schon Kerben eindrückt, wo sich später der „Rost“ abzeichnen soll. Die Bratwürste, Steaks und in meinem Fall noch Champignons backt ihr hell aus und lasst diese abkühlen.

    An einem anderen Tag macht ihr einen einfachen Puderzuckerguss aus ca. 125 g Puderzucker und 1 – 2 EL Wasser (recht zähflüssig), den ihr in der gewünschten Farbe des Grillgutes mit Lebensmittelfarben färbt. Ich habe die von Wilton genommen. Besonders die beiden Töne Elfenbein und Braun ergeben in verschiedenen Nuancen gemischt und jeweils in ganz dünnen Schichten mit dem Pinsel aufgetragen einen sehr natürlichen Eindruck. Zum Schluss habe ich die „Abdrücke“ des Grillrostes mit einer Mischung aus Braun und Schwarz pur mit etwas Wasser gemischt aufgemalt. Trocknen lassen und aufbewahren, bis die Dekoration der Grill Torte beginnt.

  2. Die Torte

    Im Grunde könnt ihr hier jede runde Torte nehmen, die fondanttauglich ist. Falls ihr mit etwas anderem als Ganache, amerikanischer Buttercreme oder Marmelade füllt, müsst ihr beim Einstreichen mit der Ganache (genauer erläutert hier) sehr aufpassen, dass kein Stückchen der Füllung mehr rausschaut. Jede feuchte Füllung lässt den Fondant von innen aufweichen.

    Backt die Torte 2 – 3 Tage, bevor ihr den Kuchen servieren möchtet, und füllt sie. Schneidet die Torte so zu, dass das untere Ende etwas schmaler als das obere ist – so entsteht die Illusion eines Grills, der ja auch nach oben hin breiter wird. Dann streicht ihr sie gründlich mit Ganache ein und lasst diese bis zum Überziehen mit Fondant einen Tag kalt stehen.

    Kleiner Tipp: Ab dem Einstreichen mit Ganache ist die Torte luftdicht verpackt und kann nicht mehr altern. Also keine Angst – der Kuchen wird nur saftiger und verdirbt nicht. Ich habe eine Schokoladen-Torte mit weißer Schokocreme und Pfirsichen gemacht.

  3. Der Grillrost

    Der Grillrost hat sich als der schwierigste Part an der Weber Grill Torte erwiesen: Denn macht man ihn nur aus Fondant, kann dieser das Gewicht des „Grillgutes“ nicht halten. Aus Draht formen ist schwierig, denn zumindest ich habe keinen im Baumarkt gefunden, der dick genug war. So haben wir improvisiert und Schaschlik-Stäbchen auf die Länge der Rost-Streben zurecht geschnitten. Diese dann dünn in schwarzen Fondant gewickelt und in silbernen, essbaren Glitter getaucht. Sieht täuschend echt wie ein Rost aus und geht ziemlich schnell. Auch das lässt sich gut mehrere Tage im Voraus vorbereiten, da die einzelnen Streben durch das Trocknen stabiler werden.

  4. Die Fondantdecke

    Am Tag vor dem Verschenken überziehe ich die Torte immer mit Fondant, also plant euch an diesem Abend genug Zeit ein: wir müssen ja noch die Dekoration der Grill-Torte machen. Normalerweise arbeite ich immer mit Massa Ticino für Motivtorten, diesmal habe ich aber nur noch schwarzen Fondant von Satin Ice bekommen. Davon würde ich euch abraten – mir erschien er sehr weich beim Formen und er ist leicht gerissen beim Eindecken. Kann aber auch nur ein persönlicher Eindruck sein.

    Zuerst formt ihr aus dem schwarzen Fondant eine etwa 0.5 cm Breite „Wurst“, die ihr komplett um die obere Kante der Torte legt. Das wird später die Auflagefläche für den Grillrost. Dann wie gewohnt den schwarzen Fondant dünn ausrollen, die Torte damit überziehen und die Oberfläche glatt streichen. Nun kann es auch „schon“ ans Dekorieren der Griltorte gehen 😉

  5. Dekoration der Grill Torte

    Für die „Kohle“ und die „Glut“ habe ich schwarzen Fondant, den ich in unregelmäßige Stücke gerissen habe (die Kohlen), roten Fondant (als  glühende Stellen) und Puderzucker (als Asche) verwendet. Diese Mischung verteilt ihr auf einer Seite der Grill Torte (Herr Backina hat auf eine indirekte Grillzone bestanden 😉 ). Als nächstes setzt ihr die vorbereiteten Rost-Teile vorsichtig auf den äußeren Ring der Grill Torte. Nun könnt ihr das Grilgut auflegen und es darf „gegrillt“ werden 🙂

    Für den letzten Schliff habe ich noch ein Weber-Grill-Logo nachgebaut – statt „Weber“ steht in der Logo-Plakette der Name des Geburtstagskindes. Dazu druckt ihr euch einfach ein Logo aus, rollt den Fondant in weiß und Rot dünn aus und schneidet die Formen mit einem Cutter-Messer aus. Die Buchstaben arrangiert ihr auf einem Stück schwarzen Fondant und klebt die Plakette noch an die Grill-Torte.

    Bis zum Servieren zum Beispiel in den kalten Keller stellen – bloß nicht in den Kühlschrank, denn dort weicht der Fondant auf!

So und jetzt: Viel Spaß beim Männergeburtstag – lasst mich wissen, wenn ihr die Grill Torte auch einmal ausprobiert habt 🙂

Published byBackIna

Foodbloggerin mit Liebe zu frischen Zutaten, einfachen Rezepten mit Twist und süßen Köstlichkeiten.

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